7/27/2016

GLÜCK LÖFFELN

Der Duft eines Pfirsichs verhieß Sommer, versprach unbeschwertes Glück. Da war ich noch ein Kind. Die Unbeschwertheit verabschiedet sich zwar irgendwann im Leben, das ist leider so, doch auch heute noch beglückt mich diese sinnliche, samtige Frucht und versetzt mich in Gedanken an Lieblingsorte. In den Süden Frankreichs. Flirrende Hitze. Stille. Träges Zirpen einzelner Grillen. Das Meer, der blaue funkelnde Strich in der Weite. Eine Pinie. In ihrem Schatten Stühle, ein alter Tisch. Und ein Teller. Darin etwas Süßes, etwas Erfrischendes, etwas Fruchtiges. Une soupe de pêches!


Wer sich nicht nur dorthin träumen muss, wie ich gerade, sondern tatsächlich in Südfrankreich ist, z.B. in der Gegend von Nice und nach den schrecklichen Vorkommnissen der letzten Tage und Wochen das Bedürfnis nach einer kleinen Auszeit verspürt, der besucht das Musée Matisse und das Musée Renoir – zwei Oasen der Schönheit und Sinnlichkeit. 




Soupe de pêches
2-3 Personen

Zutaten
5 reife, flache weiße Pfirsiche
(Natürlich kann man auch die runden Pfirsiche verwenden. Dazu müsste man die Menge anpassen, da sie größer sind. Die flachen, die sogenannten Platt-Pfirsiche, sind in der Regel aromatischer.)
60 g Zucker
0.75 dl fruchtiger Weißwein
2 EL Zitronensaft
Zesten einer halben Zitrone, feine Streifchen oder fein gehackt
(Mit einem Spar- oder Zestenschäler darauf achten, dass nur die gelbe Zitronenschale wegkommt, ohne weiße Unterhaut.)
1/4 Vanilleschote
1/4 Zimtstange
15 Pistazien, geschält und fein gehackt
Einige Minze-Blättchen

Zubereitung
Die Pfirsiche der Nabe nach bis zum Stein einschneiden und durch vorsichtiges hin und her drehen die beiden Hälften trennen. Den Kern aus der einen Hälfte herauslösen.

Wasser in einem Topf zum kochen bringen. Die Pfirsichhälften für zwei Minuten in das Wasser geben. Mit einem Löffel herausheben und in einen Teller legen. Etwas abkühlen lassen. Nun lässt sich die Haut mühelos von den Früchten abziehen. 

Wein, Zucker, Zimt, Vanilleschote und dessen ausgekratztes Mark, Zitronenzesten und Zitronensaft in eine beschichtete Pfanne geben, verrühren und aufkochen. Die Hitze auf kleine bis mittlere Stufe zurückstellen und die Pfirsichhälften einzeln mit einem Löffel dazu geben. Die Pfanne mit einem Bogen Backpapier abdecken und die Pfirsiche ca. 8 Minuten im Saft köcheln, hin und wieder die Früchte mit einem Löffel vorsichtig wenden.

Die Pfirsichhälften mit der Schnittfläche nach unten in einen tiefen Teller legen und mit dem entstandenen Sirup übergießen. Abkühlen lassen, dann mit Frischhaltefolie abdecken und für mindestens drei Stunden in den Kühlschrank geben. Vor dem Servieren mit den Pistazien und Minze-Blättchen bestreuen. Ein wunderbar erfrischendes Dessert, das glücklich macht – bon appétit!

ALL IMAGES © TableTales
Bild 3 Henri Matisse "Lecture de femme avec des pêches", 1923 ; Bild 4 links Auguste Renoir "Lise", 1867

Kommentare:

  1. Das klingt schon mal ganz wunderbar. Besonders wenn man eine Laktoseintoleranz hat. Werde ich demnächst selbst ausprobieren – schon jetzt ein grosses dankeschön.

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    1. Lieber Martin, sehr gerne! Gutes Gelingen und bon appétit! Herzlich, Iris

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  2. Servus und Grüezi,
    zunächst einmal ein riesen Lob für die ganze Homepage (Inhalte, Gestaltung etc.).
    Top, wirklich wunderbar.
    Ich weiss gar nicht mehr, wir ich hier gelandet bin. Wohl wieder von link zu link zu link...
    Freue mich jedenfalls, diese Seite gefunden zu haben.

    Mir ist etwas technisches Aufgefallen:
    ich habe mich für den Newsletter eingetragen und gestern Abend dann die Mail mit diesem Rezept bekommen.
    Beim Anklicken der Mail habe ich festgestellt, dass ich, um auf diese Seite zu kommen, ganz genau die blaue Überschrift anklicken muss.
    Wenn ich z.B. beim flüchtigen Herunterscrollen der Mail zufällig auf eines der Bilder klicke, öffnet sich nur das Bild in einem neuen Tab.
    Ich möchte aber natürlich, dass sich diese Seite hier öffnet und nicht einzelne Bilder. Besonders blöd, wenn man wie ich, die Mail dann gelöscht hat und erst später merkt, dass sich nicht der ganze Text, sondern nur ein Bild im Browser geöffnet hat.

    Aber nur eine Kleinigkeit, die dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut.

    Beste Grüße
    Claus

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    1. Lieber Claus, vielen Dank für deine Zeilen – das freut mich sehr!
      Besten Dank auch für den Hinweis betreffend Newsletter. Ja, diese Funktion ist auf jeden Fall nicht das Highlight des Blogs : ) Da gibt es bestimmt viel bessere Varianten – der Plan ist, dies bald einmal in Angriff zu nehmen... Ich wünsche dir weiterhin einen schönen Sommer!
      Herzlich, Iris

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