6/22/2015

SOMMER, BUONGIORNO!

Früh wach und die Temperatur bereits mild, packte ich kürzlich die Gelegenheit und die Badesachen und spazierte gemütlich durch den verschlafenen Zürcher Kreis 7, durch auto- und menschenleere Strassen Richtung Seefeld. Mein Ziel: Das Bad Utoquai. Das schönste Bad in der Stadt, auch wenn man sich manchmal auf den harten Brettern fast einen Rückenschaden holt. Doch das nimmt man/frau in Kauf, denn wo sonst kommt dieser Hauch von Venedig auf... 
Ein schönes Tuch, ein kleines aufblasbares Kissen, das man sich unter den Kopf schiebt – schon ist der harte Boden vergessen und man kann genüsslich und bequem(!) in ein Buch versinken. Zum Beispiel in Thomas Manns Tod in Venedig – Bilder aus dem gleichnamigen Film von Luchino Visconti steigen auf und vermischen sich mit der Stimmung, die, besonders so früh am Morgen, über dem Seebad schwebt. Süße Melancholie. 
Der Badepalast wurde 1890 erbaut und soweit wie möglich im Originalzustand erhalten. So wirft das moderne Drehkreuz am Eingang die Badegäste in eine vergangene Zeit, als die Herren gestreifte Einteiler trugen und die Damen knielange, gerüschte Badeanzüge. Natürlich wird heute viel mehr Haut gezeigt, doch jeder kann wählen wo: die Herren links, die Damen rechts und wer sich nicht entscheiden kann breitet sein Tuch in der Mitte aus. Da ist es gemischt!



Hat jemand gerechnet? Richtig – 125 Jahre Utoquai! Das Bad feiert mit diversen Abendveranstaltungen – somit auch für Sonnen- und Wasserscheue eine Gelegenheit das Bad einmal zu besuchen! Am 11 Juli geht’s los.


Wer selbst ein Sommerfest schmeißt, verwöhnt seine Gäste am besten wieder einmal auf italienisch, genauer gesagt venezianisch – mit einem Tiramisu – what else? Das Dessert schlechthin! Es soll tatsächlich aus Venetien stammen – wer immer es war, wir sind dem Erfinder ewig dankbar! Im Anschluss an die Bilder das Rezept, für einmal ohne Eier, nach Donna Hay. Es gelingt immer. Es schmeckt immer. Unwiderstehlich – la dolce vita! Auf einen wunderschönen Sommer!




Tiramisu (ohne Ei)

Zutaten
2dl Vollrahm
250g Mascarpone
1,5 dl Espresso
0,75 dl Kaffeelikör
12 Löffelbiskuits
Kakaopulver

Zubereitung
Den Espresso zubereiten und mit dem Kaffeelikör in einen tiefen Teller leeren.
Den Rahm schlagen und mit dem Mascarpone gut verrühren.
Sechs Gläser* bereitstellen. Ein Löffelbiskuit halbieren und kurz(!) jede Seite im Espresso/Kaffeelikör tauchen. Darauf achten, dass das Biskuit noch etwas Biss behält. Den Boden eines Glases mit zwei halben, getränkten (nicht triefenden) Löffelbiskuits belegen. Wenn alle Gläser belegt sind die Biskuit-Hälften mit einer Schicht Mascarpone/Rahm (pro Glas ca. 2 EL) bestreichen. Am besten geht das mit dem Rücken eines Teelöffels.
Nun folgt wieder eine Schicht getränkte Löffelbiskuits-Hälften und abschließend wieder eine Schicht Mascarpone/Rahm. Mit Frischhaltefolie abdecken und für mind. 6 Stunden** in den Kühlschrank stellen.
Vor dem servieren mit Kakao-Pulver bestäuben.

*Natürlich kann man das Tiramisu auch ganz klassisch in einer viereckigen Form zubereiten.
**Schmeckt auch am nächsten Tag vorzüglich, ich finde fast noch besser!


ALL IMAGES © TableTales
Bild 3 badi-info.ch, Bild 8 aus dem Film Tod in Venedig von Luchino Visconti

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