12/16/2015

PINK ME UP!

Es kommt leider viel zu selten vor im Winter, aber gestern schaffte ich es doch wieder einmal auf den Markt. So früh am Morgen ist es bitterkalt, es ist dunkel, mit anderen Worten, es kostet Überwindungen und lädt nicht ein, wie im Sommer gemütlich durch die Stände zu schlendern. Den Marktfahrern gebührt wirklich meine Bewunderung! Glücklicherweise wusste ich, was ich wollte und fand auch alles schnell, die Randen, den Radicchio, ein Stück Ziegenkäse, bûche de chèvre, und schöne Orangen. Das braucht es für ein kleines, feines Abendessen. Die Pinienkerne, den Rosmarin und  den Honig nicht vergessen. Und schon sieht man einen grauen Wintertag durch die rosarote Brille... und eventuell auch die Küche, die Hände... Achtung! Randen färben stark! 


Der bittere Radicchio wird karamellisiert und rundet das Gericht mit einer zusätzlichen Geschmacksnote wunderbar ab. Das Rezept dazu habe ich bei Astrid Paul gefunden – eine einfache Methode, man muss nur etwas Zeit einrechnen. Wer keinen Muscovado (Rohrzucker) zur Hand hat, kann auch weißen Zucker verwenden. Und wer das Bittere partout nicht mag, kann den Radicchio auch ganz weg lassen.


Die kleinen Randen findet man zurzeit auf dem Markt als Bund mit Kraut. Wer es wegen Kälte oder Zeitmangel nicht dahin schafft, kann natürlich auch größere verwenden, die es jetzt überall zu kaufen gibt.



Warmer Ziegenkäse mit kleinen Randen und karamellisiertem Radicchio
Für 2 Personen

Zutaten
6 kleine, rohe Randen (ca. 400g)
200 g Ziegenkäse (bûche de chèvre), in zwei Scheiben geschnitten
Saft und Schale (Zesten) einer halben Bio Orange
2 Zweige Rosmarin
30 g Pinienkerne
Olivenöl
Orangenblüten- oder Rosmarin-Honig, flüssig
Fleur de sel und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

3 kleine Radicchio
Olivenöl
Salz
1 gehäufter EL Zucker, vorzugsweise Muscovado

Zubereitung
Radicchio vierteln.
Eine Auflaufform mit Backpapier auslegen. Das Gemüse darauf verteilen, mit Olivenöl beträufeln, Salz darüber rieseln lassen und gut mit Zucker bestreuen. Für eine Stunde beiseite stellen.

Pinienkerne ohne Öl in einer beschichteten Pfanne rösten. In eine kleine Schale geben und beiseite stellen.

Die halbe Orange dünn schälen (ohne weiße Schicht).
Die Randen mit dem Sparschäler schälen und vierteln.
In einem Schmortopf Olivenöl erwärmen, die Randen, Rosmarinzweig(e) und etwa ein Drittel der Orangenschale dazu geben. Fünf Minuten auf mittlerer Stufe andünsten, dann den Orangensaft dazu gießen und 20 Minuten auf kleiner Flamme zugedeckt schmoren.

Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Zwei Drittel der Pinienkerne, die restliche Orangenschale und etwa 10 Rosmarin-Nadeln grob hacken und vermischen. Beiseite stellen.

Eine Auflaufform mit Backpapier auslegen. Die Randen samt Saft darauf verteilen, mit Fleur de sel und Pfeffer bestreuen und in den Ofen schieben. 
Nach 20 Minuten die Form mit dem Radicchio ebenfalls in den Ofen geben. 
Nach weiteren 20 Minuten den Ofen auf 220°C Grill stellen und beide Gemüse nach 5 Minuten aus dem Ofen nehmen. 

Samt Backpapier die Gemüse aus der Form heben und zum Beispiel auf einem Holzbrett ruhen lassen. 

Eine der Formen sofort mit neuem Backpapier auslegen und die zwei Scheiben Ziegenkäse darauf legen und die Form für 10 Minuten in den Ofen geben, der immer noch auf 220°C Grill gestellt ist.
Währenddessen zwei Teller mit etwas Honig bestreichen, die beiden Gemüse darauf verteilen. Den Chèvre aus dem Ofen nehmen und zum Gemüse geben. Den Ziegenkäse mit einem TL flüssigem Honig beträufeln und alles mit den ganzen Pinien und dem Pinien/Orangen/Rosmarin- Mix  bestreuen. Nach Gusto mit etwas Olivenöl, Orangensaft und schwarzem Pfeffer aus der Mühle abschmecken.
Mit frischem Baguette servieren. Und wieso nicht einen Schluck Rosé dazu?

La vie en rose!

ALL IMAGES © TableTales

Kommentare:

  1. geniales Rezept...habe es schon ein paar mal gemacht, einfach wunderbar...
    jetzt bin ich grad an der torta di mele à la Anna...bin gespannt!

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    1. Vielen Dank — das freut mich sehr! Jetzt ist die richtige Zeit dafür. Gutes Gelingen mit Anna...! Herzlich, Iris

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