3/09/2015

DES MÜLLERS LUST...

...ist bekanntlich das Wandern. Bei dem Prachtwetter, das Zürich seit Freitag vergönnt ist, schlage ich eine Wanderung an den äußeren Rand der Stadt vor, zur Mühle Tiefenbrunnen. Der imposante Bau aus der Belle Epoque wurde 1890 zuerst als Brauerei gebaut, nach einem knappen viertel Jahrhundert aber bereits zur Mühle umfunktioniert. Scheinbar ist Brot doch wichtiger als Bier... nun, hier scheiden sich vermutlich die Geister... auf jeden Fall wurde die nächsten 70 Jahre nüchtern und unermüdlich Tag und Nacht Getreide gemahlen.


In den 80er Jahren folgte die Umnutzung – Geschäfte, Wohnungen, ein Fitnessstudio, ein Theater, ein Restaurant und das Museum Mühlerama vereinen sich seither im Sichtziegelbau zum urbanen Chic. Erhalten geblieben, und Herzstück des Museums, ist die alte Industriemühle, die auch heute noch für Schauzwecke im Rahmen der Dauerausstellung betrieben wird. Daneben bietet das Mühlerama ein vielfältiges Angebot an Sonderausstellungen und Veranstaltungen.  Und wie es sich für ein Museum gehört, gibt es auch hier einen Shop, der unter anderem wunderbare, unterschiedliche Mehlsorten anbietet. Ich decke mich jeweils mit dem Zopfmehl ein. Dieses eignet sich übrigens nicht nur für den Butterzopf... 

...sondern auch hervorragend für eine Challa, sozusagen dessen michlfreies Pendant. In der jüdischen Tradition besetzt die Challa einen  wichtigen kulinarischen, aber auch symbolischen Part beim Schabbat-Mahl und an allen Festtagen. Dazu bietet sie eine wunderbare Möglichkeit auch mit einer Milchunverträglichkeit nicht auf den Zopf am Wochenende verzichten zu müssen. Und so einfach und durchaus lustvoll geht es ohne Milch und Butter, das Rezept im Anschluss an die Bilder.






Challa
Die Zutatenmenge reicht gut für 2 Personen. Bei mehr Bedarf verdoppeln oder vervierfachen – die Backzeit verlängert sich dann um 5-10 Minuten.

Zutaten
250g Mehl
1 TL, gestr. Salz
150ml Wasser, lauwarm
1 TL, gestr. Zucker
10g frische Hefe
3 EL gutes, neutrales Pflanzenöl
1 Eigelb zum bestreichen
Mohnsamen (alternativ auch Sesamsamen)

Zubereitung
Mehl und Salz in einer Schüssel vermischen.
Hefe mit Wasser und Zucker im lauwarmen Wasserbad auflösen.
Nun alle Zutaten bis auf das Eigelb und die Mohnsamen vermischen und ca. 10 Min. von Hand, mit einem Handrührgerät (Knethaken) oder einer Küchenmaschine zu einem glatten, homogenen Teig verkneten.
Die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und den Teig an einem warmen Ort gehen lassen bis sich das Teigvolumen in etwa verdoppelt hat, ca. 1 Stunde.
Ein Backblech mit Backpapier belegen.
Einen sauberen Tisch oder eine Arbeitsplatte leicht mehlen und den Teig darauf gleiten lassen. Drei Stränge formen und einen Zopf flechten.
Natürlich gibt es unzählige Flechtarten – wer Lust hat einfach ausprobieren!
Den Zopf vorsichtig auf das vorbereitete Backpapier legen, mit einem Tuch zudecken und nochmals 15 Min. gehen lassen.
Den Ofen auf 200 C° vorheizen, Unter/Oberhitze.
Den Zopf sorgfältig mit Eigelb bestreichen und mit den Mohnsamen bestreuen.
Ich habe dieses Mal anstatt einen Zopf drei kleinere Zöpfe geflochten – die Backzeit beträgt dann 18-20 Min., ansonsten 20-25 Minuten.
Sollte der Zopf zu stark bräunen mit etwas Alufolie abdecken.
Auf einem Gitter auskühlen lassen und das Wochenende kann beginnen.

ALL IMAGES © TableTales

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