2/16/2016

DIE KUNST DES WEGLASSENS

Weniger, reduzieren, weglassen... danach sehnen sich viele, ich auch – allerdings bin ich nicht immer erfolgreich in der Umsetzung. Mein Sammlerherz häuft gerne Dinge an. Nein, keine Schuhe, auch keine Taschen. Da bin ich relativ immun dagegen. Aber bei Geschirr werde ich schwach, vornehmlich bei alten Tellern, Platten, Krügen kann ich schwer widerstehen. Die Regale biegen sich...  

Als Ausgleich halte ich mich gerne an schlichte Rezepte. Wenig Zutaten, die zu einem genialen Ergebnis führen. Eines davon ist ein französischer Klassiker, der berühmte Gratin Dauphinoise. Kartoffeln, Milch, etwas Rahm, etwas Butter, Salz, eine Knoblauchzehe. Und bitte: kein Käse! Eben, die Kunst des Weglassens. Belohnt wird man mit einer Delikatesse, wunderbar zu einem grünen Salat – da kann man das Stück Fleisch, das natürlich auch hervorragend dazu passt, glatt weglassen.


Servieren könnte man auf Tellern von Ingegerd Råman. Die schwedische Designerin scheint eine Meisterin des Weglassen, der Reduktion, zu sein. Sie steht hinter der neuen IKEA-Kollektion (Bild 1 links, Bild 4), die, wie ich gelesen habe, ab Mai dieses Jahres erhältlich ist... meine armen Regale!



Gratin Dauphinoise
4 Personen

Zutaten
1,1 kg festkochende Kartoffeln
6 dl Vollmilch
1,5 dl Vollrahm
ca. 20 g Butter
Salz
Muskatnuss gerieben (wer mag)

Butter für die Form
1 Knoblauchzehe
  
Zubereitung
Ofen auf 180° C vorheizen.

Eine Gratinform mit einer halbierten Knoblauchzehe ausreiben, danach gut ausbuttern.
Größe der Form: Wenn man alle Kartoffeln nebeneinander in die Form legen kann, stimmt die Größe der Form ziemlich genau.

Die Kartoffeln schälen, kurz kalt abwaschen und auf einen Teller legen. Nicht in Wasser legen, damit die Stärke erhalten bleibt.

Mit einem Hobel (Stufe 2 mm) die Kartoffeln längs in einen Kochtopf hobeln.
Die Milch und den Rahm dazu gießen und einen knappen, gestrichenen TL Salz dazu geben. Lieber etwas weniger, man kann später noch mehr Salz dazu geben. Auf dem Herd erwärmen und 8-10 Minuten sanft köcheln.
Testen, ob zusätzlich Salz nötig ist. Wer mag, gibt etwas geriebene Muskatnuss dazu.

Dann mit einem Schaumlöffel die Kartoffel-Milch-Mischung in die Gratinform heben, die Oberfläche glatt streichen, evtl. ein paar Kartoffelscheiben ziegelartig anordnen. Die restliche Milch im Kochtopf darüber gießen und einige Butterflöckchen darauf verteilen.

Für 45 Minuten in den Ofen schieben. Herausnehmen und etwas ruhen lassen.
Wir assen noch am zweiten Tag davon – bei ca. 100° C im Ofen aufwärmen. Schlicht und einfach ein Genuss!

ALL IMAGES © TableTales
Bild 1 links, Bild 4 IKEA

Kommentare:

  1. Tolles Gericht, wird gleich morgen ausprobiert.

    Und zum Geschirr, da kommt bald ein Store online, da kannst du jetzt schonmal anfangen, neue, extrastarke Regale anzubauen, um die ganzen schönen Teller und Schüsseln unterzubringen, die du da erstehen können wirst. ;) Das IKEA Geschirr ist auch sehr schön!

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    1. Schön — lass wissen, wann es online losgeht!
      Viel Glück! Iris

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  2. Ganz große Kartoffel-Liebe! Danke für die Anregung, das Gratin müssen wir unbedingt wieder zubereiten.
    Viele Grüße, Eva

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    1. Diese Liebe teile ich! Manchmal ist das Gute so naheliegend, herzlich Iris

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